Gulasch, so wie meine Mama es macht

Ich dachte mir, dass es irgendwann mal mit dem Gulasch-Kochen klappen muss. Mein erster und einziger Versuch ist damit geendet, dass lauter Steine in einer Flüssigkeit herumschwommen. Wie ich jetzt weiß, lag es an dem abgepackten Bio-Fleisch, dass beim Einkauf so verlockend aussah, sich aber als absoluter Ramsch entpuppte.

Gulasch wie von Mutti mit leckeren Spiralnudeln

Letztes Wochenende habe ich mir also von meiner Mama noch mal Schritt für Schritt das Gulasch- Kochen zeigen lassen. Ich glaube ja, dass sie ihr Gulasch so lecker hinbekommt, weil sie einen magischen, gusseisernen Kochtopf von meiner Großmutter geerbt hat. Wer weiß wie viele Generationen darin schon diesen Klassiker unter den Schmorgerichten zubereitet haben.

Gulasch halb und halbDie Zutaten für Mamas Gulasch

  • 1 kg Gulasch halb und halb
  • 3 EL Butter
  • Salz, Peffer
  • Paprikapulver, edelsüß
  • 1 Zwiebel
  • 1 Liter Wasser
  • getrocknete Waldpilze (Steinpilze, Maronen)
  • Anbraten3 EL Ketchup
  • 3 Zehen Knoblauch

Zubereitung: Immer schön der Reihe nach!

  1. Zu Beginn kommt der Topf auf die heiße Platte und die Butter wird darin zerlassen.
  2. Das Fleisch mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen.
  3. Dann muss das Fleisch richtig scharf und von allen Seiten angebraten werden. Das kann ruhig einige AngebratenMinuten in Anspruch nehmen. Je länger das Fleisch anbrät, umso dunkler und kräftiger wird nachher die Soße!
  4. Danach kommt die Zwiebel dazu.
  5. Wenn diese goldig braun ist, kann das Fleisch mit dem Wasser angegossen werden.
  6. Den Ketchup, die Pilze und den Knoblauch dazu geben.
  7. Das Ganze etwa 1 1/2 bis 2 Stunden auf mittlerer Hitze schmoren lassen.
  8. Zum Schluss noch einmal abschmecken.
  9. Eigentlich gibt es immer Kartoffeln dazu. Weil ich aber Nudeln so gern esse, hat Mama eben welche gekocht.

Lecker!

4 Kommentare

  1. Hallo Ines,

    vielleicht ein kleiner Geheimtip am Rande aus unserer österreichischen Gulaschküche:

    Es ist der/die Zwiebel und das verwendete Fleisch!

    Möglicherweise haben sich unsere Vorfahren damals schon bei der „französischen Zwiebelsuppe“ den ausschlaggebenden „Kick“ abgeguckt ;-

    Die sämige Konsistenz des Gulaschs und der leicht süßliche Geschmack liegt beim deftigen Rindsgulasch nämlich folgenden Formeln 😉 zugrunde:

    . mind. gleich viel Menge Zwiebel/Fleisch
    . lange und nur leicht köcheln um alles mit den karamellisierten Zwiebel zu vereinen.

    Ich koche liebend gerne Rindsgulasch, als auch französische Zwiebelsuppe. (Dankenswerterweise nun auch Deine Apfelbutter !;-) )

    Erforderlich ist auch hier viel Zeit und Geduld und damit kommt ja auch zum Ausdruck, daß man sich nur zu gerne viel Zeit für seine Gäste nimmt!

    Nun zum Gulasch. Ich habe kein wirkliches Rezept !

    Aber bei 1 kg Fleisch werden aus 1kg Zwiebel einfach nur dünnere Ringe oder praktischer (max !) Halbringe geschnitten.
    Diese bei mittlerer Hitze in Öl kurz anbraten, abgedeckt dünsten, bis sie schön glasig und matschig sind.
    Immer wieder umrühren.
    Dann erfolgt das Karamllisieren.

    Abdecken,unter öfteren Umrühren weiterrösten. Es karamellisiert der Zwiebel,dabei entstehenden Rückstand vom Topfboden immer wieder beim Umrühren lösen.
    Bis er eine schöne dunkelbraune Farbe erhält.

    Ich parke danach extra den Zwiebel, gebe nochmals Öl in den Topf,röste das Fleisch an, Paprika zum Schluss mitanrösten, aufgießen,würzen und den Zwiebel wieder hinzu.
    Danach leicht und lange köcheln lassen.
    Die sämige Konsistenz entsteht, indem ich zum Schluss noch (eine ?) rohe geriebene Kartoffel miteinkoche.

    Nachdem in dieser Gulaschzubereitung doch viel Zwiebel voherrscht, denke ich, ist es auch aus Verdauungsgründen so entstanden, dass sich unter den Gewürzbeigaben nicht nur bei mir, auch überliefert gut Kümmel befindet. Weiters gebe ich auch Majoran dazu.

    Meine Großmutter hat nach dem Paprikarösten mit Essig abgelöscht, meine Mutter wiederrum hat ein paar kleine Essiggurkerl mitgekocht.

    Ich werde das nächste mal gleich Deiner Mutter Rind UND Schweinefeisch nehmen, getrocknete Pilze hinzufügen und Eure Version versuchen.
    Klingt wirklich lecker und Gulasch aus beiden Fleischsorten ist mir zwar neu aber einfach probieren !

    Deftiges Gulasch mache ich NUR aus Rindfleisch.

    Schweinsgulasch mit 1/2 Menge Zwiebel, weniger Paprika und ohne Majoran und auch weniger Kümmel. Hier binde und koche ich zuletzt anstatt mit der Kartoffel mit vorher verrührtem Rahm-Mehl-Teigerlbrei ein.

    Als Beilage gibts bei uns u.a auch Semmelknödel oder bei Schweinsgulasch ein MUSS – kleine Wasserspatzen.(Nockerl)

    Abschließend meine Eigenkreation von
    persönliches und herzliches Fiakergulasch:

    Rindsgulasch, dazu ein Spiegelei,
    fächerartig aufgeschnittenes Essiggurkerl,
    ein gspreiztes Wienerwürstel, abgebraten -vorher an den Enden kreuzförmig ca 2cm eingeschnitten
    UND

    meine LIEBEVOLLE Eigenkreation von Semmelknödel-Herz!

    Einfach den rohen Semmelknödel ca 3cm-dick platt drücken,
    auflegen,
    mit den Finger oben mittig eine Kerbe und
    unten mittig mit den Handflächen einen Spitz drücken,
    liebevoll drehen u.formen(vorab bitte nur das Knödelherz;- )

    bis es „ganz herzlich“ passt und gefällt,
    und dann gehts wie gewohnt ans Einkochen…

    (Schmeckt auch noch herrlich im 7. wunderbaren Beziehungsjahr 😉 )

    Soweit zum Thema „Gulasch“ ,

    und vielleicht auch eine kleine Anregung
    für den 14. Februar,
    den baldigen „Valentinstag „!

    lg aus Wien

    Brigitte

    1. Hallo Brigitte,

      danke für deine Tipps. Die teile ich hier gerne mit der Welt. Dieser rege Austausch freut mich :-).

      Ich habe schon gehört, dass die österreichische Variante zu gleichen Teilen aus Zwiebeln und aus Fleisch besteht. Das traditionelle ungarische Gulasch (und meine Tante serviert es uns des Öfteren mal) wird nur aus Schweinefleisch gemacht (mit Schweineschmalz). Meiner Mutter war das immer zu fett, deswegen die Variante mit halb Schwein und halb Rind.

      Die sämige Konsistenz kommt nicht nur durch die Zwiebeln, sondern auch durch die im Fleisch enthaltene Gelatine zustande. Ich bin ja nicht so der Zwiebelfan und verwende daher nur so viel, wie aus Geschmacksgründen notwendig. Deswegen habe ich auch noch nie Zwiebelsuppe gekostet.

      Liebe Grüße aus Berlin nach Wien,
      Ines

      P.S.: Für den Valentinstag habe ich mir auch schon eine einfache, kleine Süßigkeit ausgedacht 😉 Finde deine Idee mit den Herzen aus Semmelknödeln allerdings total genial. Ist bestimmt auch eine „herzliche“ Überraschung zum Jahrestag. 🙂

  2. Ich kenne Gulasch auch so , 1 kg Fleisch , 1 kg Zwiebel , in Spalten geschnitten .
    Meine Mutter kam aus Oberschlesien – ihr Rezept , der Kick bei Rindsgulasch ist zum Schluß des Anbratens eine Zugabe von Senf , etwa 1 EL voll .
    Bei dem herrlichen Geruch bleiben die Leute in der Straße stehen .
    Was ich denn koche und das Rezept wollen sie auch .
    Ja und das in Ägypten !

    1. Ich habe auch noch mal im Internet geschaut. Die (Zeitschrift) Brigitte kocht das Gulasch mit 1 kg Fleisch halb-und-halb und 1 kg Zwiebeln. Zu der „Weniger-Zwiebel-Variante“ habe ich auch einige Beispiele gefunden (nicht nur im Familienkreis). So hat jeder „sein“ Gulasch 🙂

      Das Ungarische Gulasch ist ja eher ein Eintopf. So ähnlich hatte ich es auch aufgefasst und meine mexikanische Variante gekocht, die dem Chili con Carne ziemlich ähnlich ist.

      http://www.kleineloeffelhase.de/kochen/gulasch-anders-mexikanischer-pfeffertopf/

      Demnächst wollte ich mal Kalbsfleisch probieren. Mal schauen, was dabei herauskommt.

      Ines

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